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Über uns

Was ist Medizinische Physik?

Die Medizinische Physik beschäftigt sich mit der Anwendung von physikalisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und Methoden in der Medizin zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Erkrankungen, sowie in verwandten Gebieten wie beispielsweise der Biologie.

Die Medizinische Physik ist somit ein Teilgebiet der angewandten Physik, welches sich auf das Gesundheitswesen konzentriert. Der enorme Fortschritt in der modernen Medizin wurde in den letzten Jahrzehnten maßgeblich durch Beiträge der Medizinischen Physik initiiert und (mit-)gestaltet.

Innerhalb der Medizinischen Physik werden folgende Teilbereiche („Spezialisierungen“) unterschieden: Radioonkologie, Medizinische Bildgebung, Nuklearmedizin, Strahlenschutz, Optik, Audiologie. Die Medizinische Physik ist eng mit benachbarten Wissenschaften wie der Biophysik oder der Medizininformatik verbunden.

Was ist ein(e) Medizinphysiker*in

Medizinphysiker*innen sind Experten, die durch ihre theoretische und praktische Ausbildung befähigt sind physikalische Konzepte, Techniken und Technologien in der Medizin bzw. im Gesundheitswesen anzuwenden. Die Tätigkeitsbereiche von Medizinphysiker*innen reichen von klinischen Anwendungen in Gesundheitseinrichtungen über die Forschung und Entwicklung an Universitäten oder Medizintechnikindustrie bis hin zur Lehre an akademischen Einrichtungen.

Bei der Anwendung von ionisierender Strahlung in der Humanmedizin, d.h. in der Radioonkologie/Strahlentherapie, der Radiologie und der Nuklearmedizin nehmen Medizinphysiker*innen eine besondere Rolle ein. Laut der Medizinischer Strahlenschutzverordnung in Österreich ist ein Medizinphysiker*in:

„eine Expertin oder ein Experte für die auf medizinische Exposition angewandte Strahlenphysik oder Strahlentechnologie, dessen Ausbildung und Fachkenntnis von der zuständigen Behörde anerkannt ist und der gegebenenfalls bei der Patientendosimetrie, der Entwicklung und Anwendung komplexer Verfahren und Ausrüstungen, der Optimierung, der Qualitätssicherung, einschließlich Qualitätskontrolle, sowie in sonstigen Fragen des Strahlenschutzes bei medizinischen Expositionen tätig wird oder berät.“

Konkretisiert wird diese zentrale Bedeutung noch durch die behördliche Festlegung, in welchen Bereichen und in welchem Umfang Medizinphysiker*innen in der Radioonkologie/Strahlentherapie, der Radiologie und der Nuklearmedizin eingebunden werden müssen:

  • Bei strahlentherapeutischen Anwendungen sind Medizinphysiker*innen zu enger Mitarbeit beizuziehen.
  • Bei therapeutischen nuklearmedizinischen Standardanwendungen und bei Anwendungen der nuklearmedizinischen Diagnostik muss eine Medizinphysiker*in verfügbar sein.
  • Bei weiteren radiologischen Anwendungen ist erforderlichenfalls ein Medizinphysiker*in zur Beratung in Fragen der Optimierung, einschließlich Patientendosimetrie und Qualitätssicherung mit Qualitätskontrolle und zur Beratung in Fragen des Strahlenschutzes bei medizinischen Expositionen beizuziehen.

Leider berücksichtigt diese Definition entsprechend der Medizinischer Strahlenschutzverordnung jene Bereiche der Medizinphysik nicht, in den nicht unmittelbar ionisierender Strahlung angewandt wird, z.B. Medizinphysiker*innen in den Bereichen Magnetresonanztomographie (MRT), digitale Bildverarbeitung, Audiologie oder Laseranwendungen. Die Beiträge von Medizinphysikern in diesen Fachgebieten und medizinischen Anwendungen sind gleichermaßen essentiell wie bei der Anwendung von ionisierender Strahlung.

Wie wird man Medizinphysiker*in

Die Voraussetzung einer Ausbildung zum Medizinphysiker bzw. zur Medizinphysikerin in Österreich ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Physik bzw. der Biomedizinischen Technik.

Im Zuge einer berufsbegleitenden postgradualen Ausbildung, die von der Medizinischen Universität Wien veranstaltet wird (https://www.meduniwien.ac.at/web/studium-weiterbildung/universitaere-weiterbildung/alle-lehrgaenge-und-kurse/medizinische-physik/), werden die theoretischen Aspekte der Medizinischen Physik in allen ihren Teilbereichen gelehrt. Neben der Theorie ist für die Fachanerkennung der ÖGMP eine mehrjährige praktische Ausbildung erforderlich. Diese kann im Rahmen der Tätigkeiten als Medizinphysikerin und Medizinphysiker in Ausbildung erbracht werden.

Alternativ gibt es die Möglichkeit, die theoretischen Ausbildungserfordernisse durch den Nachweis separater Prüfungen entsprechend der Fachanerkennungsrichtlinie der ÖGMP zu erbringen.

Unabdingbar ist es jedenfalls, sich anschließend durch die Behörde und/oder die ÖGMP fachanerkennen zu lassen und die aktive Arbeit als Medizinphysiker*in behördlich zu melden.

Mission

Die Österreichische Gesellschaft für Medizinische Physik (ÖGMP; „Austrian Society for Medical Physics“) wurde 1980 als „Gesellschaft für Krankenhausphysik“ gegründet; ihren heutigen Namen trägt sie seit 1985. Sie ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Wien und der Aufgabe, Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Medizinischen Physik, die sichere Anwendung physikalischer Methoden in der Medizin sowie den gezielten Einsatz medizinischer Technik zu fördern („Statuten“). Der Zusammenschluss der in Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Radiologie, Strahlenschutz, Magnetresonanz- oder Laseranwendungen in der Medizin, Medizininformatik, Audiologie, Optik und anderen Bereichen tätigen Personen dient auch der Aus- und Weiterbildung von Medizinphysikerinnen und Medizinphysikern.

Die ÖGMP ist zur Verbreitung und zum Erhalt eines hohen medizinphysikalischen Wissensstandes, zur Erstellung einer Ausbildungsordnung, zur Unterstützung standespolitischer Anliegen im Fachbereich der Gesellschaft sowie zur Abstimmung medizinphysikalischer Fragen in internationalen Organisationen verpflichtet und daher Mitglied der IOMP (International Organization for Medical Physics) sowie der EFOMP (European Federation of Organisations for Medical Physics). Sie hält jährlich mindestens eine Mitgliederversammlung im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung ab (teilweise auch zusammen mit anderen Gesellschaften), organisiert Kongresse und Workshops zu aktuellen Fragen („Winterschule“, „Tagungen“, „Veranstaltungen“), betreibt eine Homepage und informiert ihre Mitglieder zusätzlich mit „Newslettern“ und  „Stellenanzeigen“. Zur vertieften Diskussion einzelner Bereiche sind derzeit auch fünf „Arbeitskreise“ eingesetzt.

Die laufenden Geschäfte der Gesellschaft werden vom „Vorstand“ geführt; er ist der Mitgliederversammlung gegenüber verantwortlich. Unterstützt wird die Arbeit des Vorstands durch einen Beirat mit etwa 25 Mitgliedern, Arbeitskreise, die Tagungspräsidenten der jährlichen Tagungen sowie die Fachanerkennungskommission. Letztere erteilt die „Fachanerkennung“ für medizinische Physik“, die auch von den österreichischen Behörden anerkannt wird.

Statuten

Die Satzung der ÖGMP finden Sie unter Statuten (gültig ab 1.1.2021)

Vorstand

Beirat

Der Beirat der ÖGMP setzt sich neben dem Vorstand aus folgenden Personen zusammen:

FACHANERKENNUNGSKOMMISSION

Leiter: Thomas Künzler
Boris Warwitz
Wolfgang Birkfellner
Brigitte Zurl
Franziska Baier

LEITER DER ARBEITSKREISE

Strahlentherapie: Peter Winkler
Partikelteilchen: Markus Stock
Nuklearmedizin: Boris Warwitz
Strahlenschutz: Ruth Freund
Radiologie: Bettina Kohl (geb. Ibi)
Öffentlichkeitsarbeit: Andreas Renner
Medizinphysikergesetz: Uwe Wolff

VERTRETER DER WINTERSCHULE

Andreas Stemberger

VERTRETER ZEITSCHRIFT MEDIZINISCHE PHYSIK

Nicole Nesvacil

VERTRETER IN ANDEREN VEREINEN

Klara Jarczyk (EFOMP)
Gregor Simmer (EFOMP)
Herbert Kessler (IOMP)
Dietmar Georg (DGMP)
Brigitte Zurl (ÖGRO)

VERTRETER AUS ANDEREN FACHGESELLSCHAFTEN

Günter Schreier (ÖGBMT)
Thomas Stockner (Biophysics Austria)
Eberhard Widmann (ÖPG)
Martina Schwaiger (ÖVS)
Gerald Pärtan (VMSÖ)
Dimos Baltas (DGMP)
Michael Fix (SGSMP)
Nadia Oberhofer (AIFM)

TAGUNGSPRÄSIDENTEN

Julia Jank (2020)
Bettina Kohl (2022 – 3-Verbändetagung)
Christoph Gaisberger (2023 – ÖGMP Jahrestagung)

EHRENMITGLIEDER

Bernhard Rassow
Helmar Bergmann
Elmar Hillbrand
Franz Primik

 

Ehrenmitglieder

UNSERE EHRENMITGLIEDER SIND

Gertrude Keck
Bernhard Rassow
Helmar Bergmann
Elmar Hillbrand
Franz Primik
Franz Pany

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei unseren Ehrenmitgliedern für ihr jahrelanges Engagement für die ÖGMP bedanken!

Fachbereiche und Arbeitskreise

Derzeit gibt es bei der ÖGMP sieben Arbeitskreise. Diese sind wie folgt:

Strahlentherapie: Leiter: Peter Winkler
Partikeltherapie: Leiter Markus Stock
Nuklearmedizin: Leiter: Boris Warwitz
Strahlenschutz: Leiterin: Ruth Freund
Radiologie: Leiterin: Bettina Kohl (geb. Ibi)
Medizinphysikergesetz: Leiter: Uwe Wolff
Öffentlichkeitsarbeit: Leiter: Andreas Renner

Die Arbeitskreise bearbeiten besondere Aufgaben und aktuelle Fragestellungen in ihrem Bereich und berichten diese dem Vorstand der ÖGMP.

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