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Richtlinie zur Fachanerkennung der ÖGMP (1995, i.d.g.F. von 2008) Drucken

beschlossen in der ordentlichen Mitgliederversammlung der ÖGMP am 10. November 1995, in Kraft getreten am 1. Jänner 1996, Änderungen beschlossen und in Kraft getreten in der ordentlichen Mitgliederversammlung der ÖGMP am 15. September 1999, 29. September 2000 und 30. Mai 2008, in der geltenden Fassung vom 30. Mai 2008

 Die Wiedergabe der Richtlinien zur Fachanerkennung der ÖGMP im WWW erfolgt ohne Gewähr.Die verbindlichen Richtlinien sind in gedruckter Form durch die ÖGMP zu beziehen.

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INHALT

Einleitung
1. Zulassungsbedingung bzw. Eingangsvoraussetzung
2. Umfang der Weiterbildung
3. Durchführung der Weiterbildung
3.1 Berufliche Tätigkeit
I. Mindestdauer
II. Mentor
III. Weiterbildungsstätte
3.2 Berufsbegleitende Fortbildung
3.3 Schriftliche Arbeit
4. Fachanerkennungsverfahren
4.1 Zulassung
4.2 Ablauf der Weiterbildung
4.3 Antrag auf Erteilung der Fachanerkennung
5. Zusatzqualifikationen der Weiterbildung in Medizinischer Physik
6. Zeitliche Befristung der Fachanerkennung
7. Aberkennung der Fachanerkennung
8. Zusammensetzung des Ausschusses für Fachanerkennung
9. Anerkennung von ausländischen Fachanerkennungen
10. Änderungen dieser Richtlinien
11. Aufhebung dieser Richtlinien
12. Inkrafttreten

Anhang I A.1.1
Stoffkatalog

Anhang II A.2.1
Verfahrensordnung für die Ermächtigung von Medizinphysikern
und Medizinphysikerinnen zum Mentor bzw. zur Mentorin

Anhang III A.3.1
Voraussetzungen für die Anerkennung von Fortbildungsveranstaltungen

Anhang IV A.4.1
Verfahrensordnung für die Prüfung der im Selbststudium erworbenen
Kenntnisse

Anhang V A.5.1
Urkunde

Anhang VI A.6.1
Punktekatalog zur Bewertung von Fortbildungsmaßnahmen

Anhang VII A.7.1
Zusatzqualifikationen

Einleitung

Zahlreiche Erkenntnisse und Methoden der Physik finden laufend Eingang in medizinische Forschung und klinische Praxis. Für die erfolgreiche, effiziente und sichere Anwendung dieser Erkenntnisse ist die Mitwirkung von Medizinphysikern und Medizinphysikerinnen erforderlich. Die Gebiete, die sich aus der interdisziplinären Thematik ergeben, sind vielfältig und reichen u.a. von der Anwendung ionisierender Strahlungen (Strahlentherapie, Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin), sowie nicht-ionisierender Strahlungen (Ultraschall, UV, Laser, MR) in Diagnostik und Therapie bis zu Informatik und Managementaufgaben.

Eine Tätigkeit als Medizinphysiker oder Medizinphysikerin erfordert spezifische wissenschaftliche und praktische Kenntnisse, die über die in einem Physikstudium vermittelten Inhalte hinausgehen. Entsprechende grundsätzliche Forderungen für eine Ausbildung als Medizinphysiker bzw. Medizinphysikerin gibt es von internationalen Organisationen, wie WHO, IOMP und EFOMP. Auf nationaler Basis wird dieser Forderung nach einer berufsspezifischen Ausbildung in Medizin-Physik vielen Ländern bereits nachgekommen. Um für Österreich dem Bedarf an einer Ausbildung mit medizinisch-physikalischen Inhalten Rechnung zu tragen, wurde 1989 ein Universitätslehrgang zur postgraduellen Ausbildung in Medizinischer Physik an der Universität Wien eingerichtet. Dieser sechssemestrige Lehrgang vermittelt ein umfassendes theoretisches Wissen, kann aber die erforderliche praktische Ausbildung nur zeitlich begrenzt in Praktika und Demonstrationen durchführen. Die Teilnahme ist überdies für auswärtige Teilnehmer aufwendig.

Auch an das Verhalten eines Medizinphysikers werden wegen seines Umganges it Patienten erhöhte Ansprüche gestellt. Dazu gehört die Forderung, immer im besten Interesse des Patienten zu handeln, in diesem Sinne mit anderen Mitgliedern von Gesundheitsberufen zusammenzuarbeiten, nur die Verantwortung zu übernehmen, für die man kompetent ist, vertrauliche Information, die aus der Tätigkeit mit Patienten stammt, nicht weiterzugeben und sich dem Ansehen des Berufs entsprechend zu verhalten.

Um allgemein eine umfassende Ausbildung in Medizinischer Physik zu gewährleisten, hat deshalb die ordentliche Mitgliederversammlung der ÖGMP 1993 in Feldkirch beschlossen, ein Verfahren zur Weiterbildung in Medizinischer Physik und eine Fachanerkennung der Ausbildung durch die ÖGMP einzurichten. Ziel dieser Fachanerkennung soll es sein, theoretisch und
praktisch qualifizierte Medizinphysiker und Medizinphysikerinnen heranzubilden, die in der Lage sind, ihre beruflichen Aufgaben selbständig und eigenverantwortlich in Zusammenarbeit mit anderen medizinisch Berufstätigen zu erfüllen.

1. Zulassungsbedingung bzw. Eingangsvoraussetzung

Als Eingangsvoraussetzung für die Weiterbildung zur Erlangung der “Fachanerkennung für Medizinische Physik” wird ein abgeschlossenes Diplomstudium der Studienrichtungen Physik bzw. Technische Physik, derElektrotechnik (Studienzweig Elektromedizin), oder ein abgeschlossenes Doktoratstudium in diesen Fächern gefordert. Absolventen und Absolventinnen eines naturwissenschaftlichen Diplomstudiums ähnlicher Richtung mit Bezug zur Medizinischen Physik und Absolventen einer ausländischen Hochschule müssen, entsprechend den Grundsätzen der EFOMP (Policy Statement 1988), vorbereitende Kurse absolvieren, um ihre Kenntnisse dem geforderten Standard anzugleichen. Die Zulassung und die geforderten Ergänzungen werden von dem Ausschuss für Fachanerkennung festgelegt.

2. Umfang der Weiterbildung

Zur Fachanerkennung ist der Nachweis einer mindestens dreijährigen beruflichen Tätigkeit in Medizinischer Physik erforderlich sowie der Nachweis von:

A. Grundkenntnissen auf den folgenden Gebieten:

  • Anatomie, Physiologie (N1)
  • Biophysik, Biochemie (N2)
  • Biomathematik, Informatik (N3)
  • Medizinische-Technik (N4)
  • Organisatorische und rechtliche Grundsätze im Gesundheitswesen (N5)
  • Grundlagen der Röntgendiagnostik (N6)
  • Grundlagen der Nuklearmedizin (N7)
  • Grundlagen der Strahlentherapie (N8)

B.1 eingehenden Kenntnissen und praktischen Erfahrungen auf einem vom Antragsteller oder von der Antragstellerin gewählten Gebiet der Medizinischen Physik mit klinischer Relevanz (N6 - N13).

B.2 Kenntnissen der Grundlagen und allgemeinen Prinzipien auf zwei (maximal drei) weiteren Gebieten der Medizinischen Physik (N6 – N18).

Der Umfang der einzelnen Gebiete ist durch den Stoffkatalog (Anhang I) gegeben. Zum Erwerb von Kenntnissen nach A und B dienen Fortbildungsveranstaltungen im Umfang von mindestens 360 Stunden.

3. Durchführung der Weiterbildung

3.1 Berufliche Tätigkeit

I. Mindestdauer

Der Kandidat bzw. die Kandidatin muß eine umfassende, mindestens dreijährige berufliche Praxis an einer anerkannten Weiterbildungsstätte vorweisen. Bei Vorlage einer approbierten Diplomarbeit aus dem Bereich der Medizinischen Physik kann ein halbes Jahr, bei Vorlage einer Dissertation in Medizinischer Physik ein Jahr, bei einem erfolgreichen Abschluss des Universitätslehrgangs Medizinische Physik ebenfalls ein Jahr auf die Dauer der beruflichen Tätigkeit angerechnet werden. Die Summe der Anrechnungen kann aber eineinhalb Jahre nicht überschreiten.

II. Mentor

Die Weiterbildung muss durch einen Mentor oder eine Mentorin begleitet werden. Der Kandidat bzw. die Kandidatin für die Fachanerkennung schlägt dem Ausschuss für Fachanerkennung seine(n) Mentor(in) vor. Der Mentor bzw. die Mentorin muß Physiker(in) mit Fachanerkennung der ÖGMP und nach Möglichkeit an der Arbeitsstätte des Bewerbers bzw. der Bewerberin tätig sein (siehe Anhang II). Findet die berufliche Tätigkeit an einer Arbeitsstätte statt, an der kein(e) zur Weiterbildung ermächtigte(r) Medizinphysiker(in) tätig ist, benennt der Ausschuss für Fachanerkennung einen zur Weiterbildung ermächtigten Medizinphysiker oder eine Medizinphysikerin Vorschlagsrecht des Bewerbers bzw. der Bewerberin). Der Mentor bzw. die Mentorin fördert durch ständige Kontakte die berufliche Weiterbildung des Kandidaten bzw. der Kandidatin und unterstützt ihn bzw. sie beim Entwurf des Weiterbildungsprogramms. Der
Mentor bzw. die Mentorin erstellt jährliche Berichte an den Ausschuss für Fachanerkennung.

III. Weiterbildungsstätte

Die Weiterbildungsstätte muß die notwendige personelle und apparative Ausstattung besitzen, die an die Weiterbildung gemäß diesen Richtlinien zu stellen sind. Die Anerkennung sowie den Umfang ihrer Ermächtigung als Weiterbildungsstätte erfolgt durch den Ausschuss für Fachanerkennung. Falls innerhalb einer Arbeitsstätte die Weiterbildungsmöglichkeiten in einem Gebiet der Medizinischen Physik nicht in dem Umfang gegeben sind, wie sie für die Fachanerkennung vorausgesetzt werden, muß die Ergänzung durch Kooperation mit dafür geeigneten Instituten erfolgen.

3.2 Berufsbegleitende Fortbildung

Zum Erwerb von Kenntnissen in den Bereichen A und B ist die erfolgreiche Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen im Umfang von 360 Stunden erforderlich. Für den Inhalt der Fortbildungsveranstaltungen gilt der Stoffkatalog (Anhang I). Die Fortbildung erfolgt in der Regel durch Teilnahme an Vorlesungen, Praktika und Seminaren an Universitäten sowie an wissenschaftlichen Veranstaltungen und Kursen, die vom Ausschuss für Fachanerkennung der ÖGMP als Fortbildungsveranstaltung anerkannt sind. Die Anerkennung von Fortbildungsveranstaltungen durch den Ausschuss für Fachanerkennung ist in Anhang III geregelt.

Die erfolgreiche Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen ist zu belegen. Vor Abschluss des Studiums besuchte Lehrveranstaltungen an Universitäten können bis zum Umfang von 180 Stunden auf die geforderte Fortbildung angerechnet werden, sofern sie nachgewiesen sind und die vermittelten Kenntnisse dem Stoffkatalog entsprechen. Dies prüft der Ausschuss für
Fachanerkennung.

Einem erfolgreichen Absolventen bzw. einer erfolgreichen Absolventin des
Universitätslehrgangs Medizinischer Physik werden die Kenntnisse in den Bereichen A und B anerkannt.

Kenntnisse in den Bereichen A und B können auch durch Selbststudium erworben werden. Der Erwerb von Kenntnissen durch Selbststudium darf nicht mehr als ein Drittel des Mindestumfangs der Fortbildungsveranstaltungen ersetzen. Die durch Selbststudium erworbenen Kenntnisse sind in einer mündlichen Prüfung nachzuweisen (Anhang IV). Die Prüfer werden durch den Ausschuss für Fachanerkennung ernannt. Die einmalige Wiederholung einer nicht bestandenen Prüfung ist zulässig. Bei Nichtbestehen der Wiederholungsprüfung mss der Bewerber oder die Bewerberin an entsprechenden Lehrveranstaltungen zur Fortbildung teilnehmen.

Die Fortbildungsveranstaltungen im Ausmaß von 360 Stunden werden den 17 Gebieten des Stoffkataloges zugeordnet. Die Aufteilung ist im Stoffkatalog (Anhang I) ersichtlich. Das Ausmaß der Fortbildung wird für die einzelnen Themenbereiche wie folgt festgelegt:

  • Bereich A (Grundlagen) 150 Stunden
  • Bereich B (Gebiete der Med. Physik) 210 Stunden

3.3 Schriftliche Arbeit

Der Bewerber bzw. die Bewerberin um die Fachanerkennung muss eine von ihm bzw. von ihr verfaßte schriftliche Abschlußarbeit (Hausarbeit) beilegen, in welcher er bzw. sie ein Thema der medizinischen Physik selbständig behandelt. Das Thema ist mit dem Mentor bzw. der Mentorin abzustimmen. Die Hausarbeit kann durch eine referierte Publikation als Erstautor in einer anerkannten Fachzeitschrift oder durch eine approbierte Diplomarbeit oder Dissertation im Bereich Medizinische Physik nach Prüfung durch den Ausschuss für Fachanerkennung ersetzt werden. Für Absolventen bzw. Absolventinnen des Universitätslehrgangs zur Postgraduellen Fortbildung in Medizinischer Physik wird die dort geforderte Master-Thesis auch für die Fachanerkennung anerkannt.

4. Fachanerkennungsverfahren

4.1 Zulassung

Das Fachanerkennungsverfahren wird durch einen Antrag des Bewerbers bzw. der Bewerberin an den Ausschuss für Fachanerkennung eingeleitet. Dem Antrag müssen folgende Unterlagen beigelegt werden:

  • Lebenslauf
  • Sponsions- bzw. Promotionsurkunde
  • ergänzende Nachweise zur Erlangung der Eingangsqualifikation
  • Vorschläge zu Ausbildungsstätte(n) und Gebiet(en)
  • Vorschlag für einen Mentor oder eine Mentorin
  • Plan zur berufsbegleitenden Fortbildung gemäß § 3.2

 

Der Ausschuss für Fachanerkennung prüft die Erfüllung der Zulassungsbedingungen, legt gegebenenfalls Ergänzungen zur Grundausbildung fest und entscheidet über die Anrechenbarkeit von Vorstudien. Weiters prüft der Ausschuss für Fachanerkennung, ob das vom Bewerber oder von der Bewerberin geplante Weiterbildungsprogramm mit den Richtlinien der ÖGMP vereinbar ist. Sie bestätigt das Weiterbildungsprogramm, gegebenenfalls mit
Abänderungsvorschlägen. Weiterhin prüft sie die Vereinbarkeit einzelner Teile der beruflichen Tätigkeit mit den in den Grundsätzen festgelegten Anforderungen und entscheidet gegebenenfalls über die Anrechnung der für die Anfertigung der Diplom- oder Doktorarbeit aufgewendeten Zeit auf die Mindestdauer der beruflichen Tätigkeit im betreffenden Gebiet.

4.2 Ablauf der Weiterbildung

Dem Ausschuss für Fachanerkennung ist jährlich ein Bericht des Mentors bzw. der Mentorin vorzulegen. Diese verfolgt aufgrund dieses Berichts und des Plans der berufsbegleitenden Weiterbildung den Ausbildungsgang und schlägt nach dessen Beurteilung gegebenenfalls Ergänzungen oder Änderungen vor. Der Ausschuss für Fachanerkennung trifft alle Entscheidungen im Verlauf des Fachanerkennungsverfahrens eines Bewerbers oder einer Bewerberin im Einvernehmen mit dem Mentor oder der Mentorin. Bei Uneinigkeit entscheidet
der Ausschuss für Fachanerkennung. Die Entscheidungen werden dem Bewerber oder der Bewerberin erläutert.

4.3 Antrag auf Erteilung der Fachanerkennung

Die Erteilung der Fachanerkennung ist nach erfolgreich absolvierter Weiterbildung beim Ausschuss für Fachanerkennung zu beantragen. Zur Bearbeitung des Antrages wird von Mitgliedern der ÖGMP eine Gebühr in Höhe des dreifachen Mitgliedsbeitrags eines ordentlichen Mitglieds eingehoben. Antragsteller, die nicht Mitglied der ÖGMP sind, entrichten das Dreifache der für ein ordentliches Mitglied vorgeschriebenen Bearbeitungsgebühr. Der Antrag muss umfassen:

  • das schriftliche Ansuchen auf Erteilung der Fachanerkennung
  • Nachweis der berufsbegleitenden Fortbildung
  • die schriftliche Arbeit
  • Nachweis über Art und Umfang der beruflichen Tätigkeit
  • Nachweis über die Entrichtung der Bearbeitungsgebühr

Der Ausschuss für Fachanerkennung bestätigt den Eingang des Antrages, informiert den Antragssteller oder die Antragstellerin über den Fortgang des Verfahrens und entscheidet über den Antrag nach den Richtlinien zur Fachanerkennung. Gegebenfalls sorgt sie für die Ausstellung der Fachanerkennungsurkunde und der Bescheinigung bzw. des Zertifikats gemäß
Anhang V. Bei Ablehnung des Antrags werden dem Bewerber oder der Bewerberin die Gründe bekanntgegeben.

5. Zusatzqualifikationen der Weiterbildung in Medizinischer Physik

Auf Beschluss der Österreichischen Gesellschaft für Medizinische Physik können Gebiete der Medizinischen Physik, auf denen durch die Weiterbildung gemäß Abschnitt 2 Erkenntnisse und eingehende praktische Erfahrungen erworben wurden, als Zusatzqualifikationen anerkannt werden. Der Vorstand bestimmt nach Anhörung der Mitgliederversammlung, für welche Gebiete eine Zusatzqualifikation erworben werden kann. Er legt auch die Voraussetzung für
deren Erlangung fest. Zusatzqualifikationen können nach Antrag auch nachträglich erworben werden, wobei in diesem Fall die halbe der für die Erlangung einer Fachanerkennung geforderte Bearbeitungsgebühr zu bezahlen ist. Die Zusatzqualifikation wird in der Fachanerkennungsurkunde eingetragen. Anhang VII enthält eine Liste der Zusatzqualifikationen sowie die Voraussetzungen zu deren Erlangung.

6. Zeitliche Befristung der Fachanerkennung

Die Gültigkeit der Fachanerkennung ist mit fünf Jahren befristet. Eine Erneuerung kann frühestens ein halbes Jahr vor Ablauf der Gültigkeit beim Ausschuss für Fachanerkennung beantragt werden.
Die Gültigkeit der Fachanerkennung wird für weitere fünf Jahre verlängert, wenn
der Fachanerkennungsinhaber

  1. während der letzten fünf Jahre mindestens zwei Jahre auf dem Gebiet der Medizinischen Physik beruflich tätig war und
  2. den Nachweis der Weiterbildung während des entsprechenden Zeitraums erbringt.

Für den Nachweis der Weiterbildung gilt das im Anhang VI definierte Punkteschema, der Fachanerkennungsinhaber muß im entsprechenden Zeitraum eine Gesamtzahl von 250 Punkten erzielen. Der Ausschuss für Fachanerkennung entscheidet über den Antrag und bestätigt
gegebenenfalls die Verlängerung der Gültigkeit der Fachanerkennung. Bei Ablehnung des Antrags werden dem Bewerber oder der Bewerberin die Gründe bekanntgegeben. Der Ausschuss für Fachanerkennung kann in diesem Fall eine Nachfrist für die Erbringung der Voraussetzungen setzen.

Übergangsregelung: Für die derzeit aktiven Fachanerkennungen gilt als Übergangsregelung, daß die Erneuerung nach sechs Jahren und nach dem alten Punkteschema durchgeführt werden kann. Erst mit Beginn der neuen Gültigkeitsperiode treten die Befristung auf fünf Jahre und das neue Punkteschema in Kraft.

7. Aberkennung der Fachanerkennung

Bei gerichtlich oder disziplinarrechtlich erwiesenem schwerem Fehlverhalten eines/einer Medizinphysikers/Medizinphysikerin mit Fachanerkennung kann die Fachanerkennung vom Vorstand der ÖGMP auf Vorschlag des Ausschusses für Fachanerkennung aberkannt werden.

8. Zusammensetzung des Ausschusses für Fachanerkennung

Der Ausschuss für Fachanerkennung besteht aus drei bis fünf Mitgliedern. Diese werden vom Vorstand der ÖGMP ernannt. Die Funktionsdauer beträgt vier Jahre; es besteht die Möglichkeit der wiederholten Nominierung. Der Ausschuss für Fachanerkennung entscheidet mit Stimmenmehrheit. Er wählt den Vorsitzenden; dieser führt die Geschäfte des Ausschusses. Bei
Stimmengleichheit entscheidet der Vorsitzende.

9. Anerkennung von ausländischen Fachanerkennungen

Der Vorstand der ÖGMP kann eine Fachanerkennung einer anderen Gesellschaft auf Vorschlag des Ausschusses für Fachanerkennung als gleichwertig anerkennen. Die Überprüfung der Gleichwertigkeit erfolgt durch den Ausschuss für Fachanerkennung. Die Anerkennung der Gleichwertigkeit kann widerrufen werden, falls die Voraussetzungen dafür nicht mehr gegeben sind.

10. Änderungen dieser Richtlinien

Jede Änderung dieser Richtlinien erfordert die Zustimmung der Mehrheit der abgegebenen Stimmen bei einer ordentlichen Mitgliederversammlung der ÖGMP. Ein Antrag auf Änderung ist in der Tagesordnung der Mitgliederversammlung fristgerecht anzukündigen.

11. Aufhebung dieser Richtlinien

Diese Richtlinien können durch einen Beschluss der ordentlichen Mitgliederversammlung der ÖGMP mit Zweidrittelmehrheit aufgehoben werden.

12. Inkrafttreten

Diese Richtlinien in der vorliegenden Form treten am 30.05.2008 in Kraft (Beschluss der Ordentlichen Mitgliederversammlung der ÖGMP vom 30. Mai 2008).

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